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06. Kalibrationsarten
Das Signal der Grafikkarte hat einen Umfang von 8bit - das heißt, je Kanal werden 256 Stufen übertragen, die in ihrer Summe 16.7 Millionen Farben ergeben. Wenn auf der Grafikkarte durch das Farbprofil nun eine Korrektur vorgenommen wird, reduziert sich zwangsläufig die Anzahl der Stufen. Das Ziel einer Monitorkalibration muss es also sein, das Bildsignal so unverfälscht wie möglich zur Ausgabe durch den Monitor zu schleusen.
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Die Korrektur in der LUT der Grafikkarte wird durch die nicht deckungsgleichen Kurven deutlich (links). Bei der Hardwarekalibration bleibt die LUT der Grafikkarte unangetastet (rechts).
Es gibt verschiedene Ansätze, einen Monitor zu kalibrieren.
Der einfachste und zugleich ungeeigneteste ist die Verwendung des Kalibrationssassistenten aus Mac OS X oder Adobe Gamma. Beide justieren den Monitor nach Augenmaß ohne dessen farbliche Beschaffenheit zu kennen. Eine solche Kalibration eignet sich nicht für einen sinnvollen Workflow.

Die zweite Möglichkeit ist eine Kalibration mit Messgerät und Steuerung der Rot-Grün-Blau Parameter bzw. der Hintergrundbeleuchtung. Je genauer sich ein Monitor dabei justieren lässt, desto besser die Qualität der Farbwiedergabe. Bei einer solchen Kalibration lässt sich nur der Weißpunkt relativ exakt einstellen, die anderen Farbwerte müssen durch das Profil korrigiert werden. Bei einigen Monitoren lässt sich auch das Gamma (die Gradation oder Tonwertkurve) justieren. Die sonst verlustbehaftete notwendige Gammatransformation vom Monitor zum Arbeitsfarbraum entfällt dabei. Einschränkend wirkt sich wiederum die geringe Auflösung der Justagen von etwa 6 bit aus (Statt der mindestens 256 Stufen nutzt die manuelle Steuerung zumeist nur 70-100).

Die dritte Möglichkeit ist die interne Kalibration des Monitors - auch Hardwarekalibration genannt. Dabei wird der Monitor über seine interne Farbtabelle (LUT) so angepasst, dass der normale Farbfehler zugunsten einer neutralen und farbrichtigen Darstellung mit mindestens 10 Bit Auflösung (1024 Stufen je Farbkanal) korrigiert wird - bei den Intelli Proof Monitoren sogar bis zu 14 Bit. Die LUT der Grafikkarte bleibt dabei außen vor und das Bildsignal wird nicht eingeschränkt. Die Kommunikation mit dem Monitor wird mittels eines speziellen Steuerprotokolls entweder über die USB-Schnittstelle oder den DDC-Kanal des Grafikkartensignals sichergestellt.
Die Einschränkung der Dynamik ist mit der Arbeit in Photoshop zu vergleichen. Um umfangreiche Korrekturen verlustarm durchführen zu können, bearbeitet man 16bit Bilder und reduziert diese später auf ein optimales 8bit Bild. Dabei weist das Histogramm keine Lücken auf. Nutzt man stattdessen nur ein 8bit Bild, weist dieses nach der Korrektur Lücken im Histogramm auf - der Farbumfang und die Dynamik sind eingeschränkt.
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